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Was ist ein Sinnesgarten?

Die Frage, was eigentlich ein Sinnesgarten ist, wird mir sehr oft gestellt. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Begriffen für diesen Lebensraum: Sinnesgarten, Garten der Sinne, Landschaft der Sinne, Park der Sinne, Heilgarten, Fühlgarten, Therapiegarten oder Wohlfühlgarten.

 

Die Gestaltung eines Sinnesgartens orientiert sich vor allem daran, gezielt unsere Sinne anzusprechen, um dadurch bewusst Erfahrungen zu ermöglichen.

 

Hugo Kükelhaus, der Vater aller Sinnesgärten, entwickelte Anfang der 70er-Jahre das Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne.

Die Mission von Kükelhaus war, der sinnlichen Ermüdung und einer reizarmen Lebensgestaltung nachhaltig etwas entgegenzusetzen.

In einem Sinnesgarten finden wir Erfahrungsfelder und Objekte, die uns neugierig machen. Wir entdecken die Lust, etwas zu erforschen oder auszuprobieren. Im Sinnesgarten begegnen uns Klangspiele oder Baumharfen, Duftpfade oder Schnupperkorridore, eine Schaukel oder ein Wasserspiel, eine Wetterstation oder ein großer alter Baum, den wir umarmen wollen.

 

Da ist der alte Herr in seinem Rollstuhl, meist treffe ich ihn im Garten an. Denn sobald das Wetter es zulässt, wird er von einer Mitarbeiterin in den Garten geschoben. Mit zittrigen Fingern, die vom Rauchen ganz gelb sind, sitzt er da und schweigt. Wir schweigen eine Weile zusammen, bis ich seine Hände an die Saiten einer Baumharfe lege. Ganz vorsichtig und sanft spielen wir eine erfundene Melodie.

 

Ein kleiner Funke Lebensfreude oder vielleicht die Ahnung von längst vergessenen Fähigkeiten lässt die Lebensqualität von Menschen mit Demenz wachsen.

 

Ausflugstipp: Schloss Freudenberg

Praxistipp: Ein Fühltisch, der mit dem Rollstuhl unterfahren werden kann, erleichtert das Ertasten und Fühlen von Gegenständen, Knospen, Blüten, Sand, Steinen und vieles mehr.

 

Fotos: Aus dem Sinnesgarten, Altenzentrum St. Marien, Köln

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Der dritte Frühling

Gärten für Menschen mit Demenz

 

Ulrike Kreuer


Dipl.Ing.
 Gartenbau(FH)



Gartentherapeutin 
nach IGGT

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